Migräne & Kopfschmerz: Was sagt die Forschung?
Was Studien gefunden haben
- Eine Metaanalyse von 31 Studien (2025) fand: Temperatur und Luftdruck hingen mit Migräneanfällen zusammen, die Luftfeuchte nicht. Die Effekte sind klein, und die Studien sind sehr unterschiedlich [3].
- In Boston wurden 7.054 Notaufnahme-Fälle wegen Kopfschmerz ausgewertet. Höhere Temperatur in den 24 Stunden davor erhöhte das Risiko leicht. Niedrigerer Luftdruck zwei bis drei Tage vorher spielte nur bei Kopfschmerzen eine Rolle, die keine Migräne waren [1].
- In Wien führten 238 Migräne-Patienten 90 Tage lang Tagebuch. Einzelne Treffer hielten der statistischen Korrektur für viele Tests nicht stand. Wie die Patienten das Wetter selbst empfanden, hing nicht mit ihren Anfällen zusammen. Fazit der Autoren: Der Einfluss ist klein und fraglich [4].
- In Berlin wurden Migräne-Patienten ein Jahr lang begleitet. Bei einer Untergruppe fand sich eine deutliche Wetterempfindlichkeit (in der ersten Studie bei 6 von 20), in der Gesamtauswertung nicht. Ob ein einzelner Anfall kommt, ließ sich aus Wetterdaten nicht vorhersagen, vor allem weil Anfälle dafür zu selten sind [5][2].
- Von 77 Migräne-Patienten hielten sich 62 % für wetterfühlig, messbar waren es 51 % [6].
- App-Daten von 4.375 Nutzern in Japan: Bei tiefem und fallendem Luftdruck, hoher Feuchte und Regen gab es mehr Kopfschmerz-Meldungen – gezählt über alle Nutzer, nicht für den Einzelnen [7].
Was wir bewusst nicht tun
Feste Grenzwerte wie „ab 6 hPa Druckabfall kommt die Migräne“ nennen wir nicht. Solche Werte stammen aus kleinen Studien ohne vergleichbare Kontrollanalyse [8][9] und reichen als Beleg nicht aus.
Was heißt das für Sie?
Die Einstufung auf biometeo.eu gilt für eine Gruppe wetterfühliger Menschen im Durchschnitt – Ihr eigenes Empfinden kann abweichen [10]. Das Wetter macht nicht krank, kann aber bestehende Beschwerden beeinflussen [11]. Bei starken oder neuen Beschwerden: ärztlich abklären.
Ob Sie selbst auf bestimmte Wettergrößen reagieren, können Sie mit unserem Wetter-Tagebuch herausfinden. Ohne Konto speichert es nur auf Ihrem Gerät.
Weitere Themen
Quellen
- Mukamal KJ et al. Weather and air pollution as triggers of severe headaches. Neurology 2009;72(10):922–7. doi.org/10.1212/01.wnl.0000344152.56020.94
- Hoffmann J et al. The influence of weather on migraine – are migraine attacks predictable? Ann Clin Transl Neurol 2015;2(1):22–8. doi.org/10.1002/acn3.139
- Li S et al. Association between weather conditions and migraine: a systematic review and meta-analysis. J Neurol 2025;272(5):346. doi.org/10.1007/s00415-025-13078-0
- Zebenholzer K et al. Migraine and weather: a prospective diary-based analysis. Cephalalgia 2011;31(4):391–400. doi.org/10.1177/0333102410385580
- Hoffmann J et al. Weather sensitivity in migraineurs. J Neurol 2011;258(4):596–602. doi.org/10.1007/s00415-010-5798-7
- Prince PB et al. The effect of weather on headache. Headache 2004;44(6):596–602. doi.org/10.1111/j.1526-4610.2004.446008.x
- Katsuki M et al. Investigating the effects of weather on headache occurrence using a smartphone application and artificial intelligence. Headache 2023;63(5):585–600. doi.org/10.1111/head.14482
- Kimoto K et al. Influence of barometric pressure in patients with migraine headache. Intern Med 2011;50(18):1923–8. doi.org/10.2169/internalmedicine.50.5640
- Okuma H et al. Examination of fluctuations in atmospheric pressure related to migraine. SpringerPlus 2015;4:790. doi.org/10.1186/s40064-015-1592-4
- Deutscher Wetterdienst: Gefahrenindizes für Wetterfühlige (abgerufen 08.10.2026). www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesbiowetter/gefahrenindizesbiowetter.html
- Deutscher Wetterdienst: Gefahrenindizes für Wetterfühlige – Hintergrund (abgerufen 08.10.2026). www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesbiowetter/hintergrund.html
Stand: Oktober 2026. Alle Studien wurden am 08.10.2026 in PubMed nachgeschlagen; die Zahlen stammen aus den Zusammenfassungen bzw. Volltexten.